Geschichte

Die Mossi begannen im 14. Jahrhundert einige der Regionen Burkina Fasos zu besiedeln. Mit ihrer starken Kavallerie haben sie lange Zeit die gesamte Region beherrscht. Die Franzosen kamen am Ende des 19. Jahrhunderts. Für sie war Burkina Faso ein strategisch wichtiges Gebiet zwischen der Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire), Mali und Niger, die alle drei reich an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen sind. Deshalb übernahm die französische Armee die Kontrolle über dieses Gebiet.

Zu Beginn ds 20. Jahrhunderts wurde die Region mehrfach von den Kolonialbehörden neu organisiert. Das heutige Staatsgebiet Burkina Fasos gehörte zu dieser Zeit der Kolonie Haut-Sénégal-Niger an, die die Gebiete von Mali, Burkina Faso und Niger umfasste. Nach den Unruhen der Bevölkerung im Süd-Westen beschlossen die Kolonialbehörden in Dakar den Aufbau einer Kolonie auf dem Staatsgebiet des heutigen Burkina Faso. Die neue Kolonie wurde "Obervolta" (Haute-Volta) genannt.

1932 wurde das Gebiet von Burkina Faso erneut reorganisiert, was die Ablehnung der Kolonialherrschaft durch die Bevölkerung weiter verstärkte: Die Kolonie Obervolta wurde zwischen Mali, Niger und der Elfenbeinküste -letztere erhielt den größten Anteil- aufgeteilt. Durch die Wahlen von 1946 in der Elfenbeinküste gelangte eine Partei an die Macht, die sich für die Abspaltung der ehemaligen Kolonie Obervolta aussprach. So wurde Obervolta 1947 wiedergegründet.

Der Weg zur Unabhängigkeit wurde geöffnet. 1956 stellte jede Kolonie in Westafrika ihren eigenen Regierungsrat und die afrikanische Vertretung im französischen Parlament wuchs stetig. 1957 fanden die ersten Wahlen in Burkina Faso statt. Am 5. August 1960 unterschrieb Maurice Yameogo, Chef der Partei an der Macht, in Paris die Erklärung zur Gründung des Stattes von Obervolta und wurde somit erster Präsident des neu gegründeten Staates.

Die Anfangszeit war für das neue Land keine einfache Aufgabe. Während der ersten 30 Jahre übernahm das Militär durch Putsche die Macht. In der Hoffnung zur Demokratie zurückzukehren, organisierten viele Militärchefs Wahlen, die die Probleme des Landes aber nicht ganz lösen konnten. 1983 kam Thomas Sankara, legendärer Chef der Revolution, an die Macht. Er war ein begeisterter, junger Mann und trug viel zur heutigen Identität Burkina Fasos, ja sogar ganz Afrikas bei, wie Patrice Lumumba oder Kwame N'Kruma.

Sankara steht hinter dem heutigen Namen des Landes, Burkina Faso: Er ist eine Mischung aus den drei Hauptsprachen Mooré, Dioula und Fulfuldé. Sankara versuchte die Lebensbedingungen zu verbessern, indem er die Leute auf der Straße zum Handel animierte. Außerdem startete er ein Impfprogramm für Kinder, er versuchte die Nachfrage für burkinische Baumwolle zu erhöhen und er rief "Komitees zur Verteidigung der Revolution" (Comités pour la défense de la révolution CDR) ins Leben, damit die Bevölkerung die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen selbst in die Hand nehmen konnte. Es bleibt aber anzumerken, dass Sankara die Kunst der internationalen Diplomatie nicht gut beherrschte und sogar einen Krieg mit Mali angezettelt hat. Nach und nach wurden die CDR auch dazu benutzt, schlechte Dinge voranzutreiben. Sankara verteidigte sie aber weiterhin.

So kam es, dass Sankara am 15. Oktober 1987 im Zuge einer Militärrevolte ermordet wurde und Kapitän Blaise Compaoré an die Macht kam. Seit 1987 hat Compaoré drei Wahlen organisiert und ist aus allen dreien als Sieger hervorgegangen. Zu diesen Wahlen waren verschiedenste Parteien zugelassen und sie wurden durch internationale und nationale Beobachter kontrolliert.